Über Gitarren-Tunings

Gitarren-Tunings

Was sind Open Tunings und Alternate Tunings

Die meisten Gitarristen lernen Gitarre spielen mit der Standardstimmung (E, A, D, G, B, E). Man kann natürlich einzelne oder alle Saiten auf einen anderen Ton stimmen. Eine von der Norm abweichende Stimmung nennt man auch Skordatur. Auch oder gerade weil man dabei in seinem Gitarrenspiel umdenken muss, bringt das einige Vorteile.

Stimmt man die Gitarre auf einen Akkord wie z.B. G-Dur beim Open G Tuning, kann man diesen Akkord mit den Leersaiten nutzen, mit einfachen Barrè-Griffen transponieren und das Spielen mit Slide funktioniert einfacher.

Selbst wenn man die Gitarre nicht direkt auf einen Akkord stimmt, hat man andere Möglichkeiten Akkorde, Basstöne etc. zu greifen, wie sie in der Standardstimmung nicht möglich sind. Insbesondere wenn die 6. Saite herunter gestimmt wird, kann man tiefere Basstöne spielen.

Man erhält auf jeden Fall andere Sounds auf der Gitarre, auch durch das veränderte Schwingungsverhalten der Saiten bedingt. Gerade das Umdenken in die neuen Lagen der Töne und somit auch des Akkordaufbaus, bringt einen aus den gewohnten Spielgewohnheiten heraus und schafft Raum für ganz neue Ideen.

Welche Gitarristen nutzen Open Tunings und Alternate Tunings

Open- und Alternate Tunings sind keine absolute Randerscheinung in der Musik. Viele bekannte Musiker nutzen die speziellen Möglichkeiten und Sounds verschiedener Gitarrenstimmungen.

Keith Richards spielt sehr oft in Open G und hat mit diesem Tuning den typischen Stones-Sound geprägt. Jimmy Page hat bei Led Zepelin viele verschiedene Tunings eingesetzt wie DADGAD, Open G, Open A u.s.w.

Im Blues sind offene Stimmungen sehr verbreitet. Nicht nur für Slide-Gitarre. Open G, Open A, Open D und weitere Open Tunings findet man bei Gitarristen wie Eric Clapton, Albert Collins, Billy Gibbons, John Lee Hooker, Son House, Mississippi John Hurt, Skip James, Blind Lemon Jefferson, Robert Johnson, Albert King, Bonnie Raitt, Muddy Waters, Bukka White, Johnny Winter, Howlin' Wolf u.v.a.

Ry Cooder, Duane Allman, Derek Trucks u.v.a. nutzen Open Tunings für das Slide-Spiel.

Fingerstyle-Gitarristen wie Chet Atkins, Michael Hedges, Preston Reed, Don Ross, Leo Kottke, Newton Faulkner, Andy McKee u.v.a. nutzen sehr oft verschiedene Tunings. U.a. ist DADGAD sehr beliebt bei Fingerstyle-Gitarristen.

Singer Songwriter wie Bob Dylan, Bert Jansch, John Renbourn, Ed Sheeran, Cat Stevens u.v.a. werten ihre Songs immer wieder mit unverbrauchten Sounds der Open Tunings auf.

John Butler spielt oft in Open C. Jack White, Neil Young, Jeff Buckley u.v.a. nutzen regelmäßig verschiedene offene Stimmungen auf der Gitarre.

Der Jazzgitarrist Stanley Jordan benutzt das All Fourths Tuning, Robert Fripp das New Standard Tuning.

Thurston Moore und Lee Ranaldo von Sonic Youth haben eine Vielzahl verschiedener Gitarrenstimmungen genutzt, ebenso wie Nick Drake oder Joni Mitchell.

Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan haben ihre Gitarren um einen Halbtonschritt tiefer gestimmt, Tony Iommi von Black Sabath sogar um 3 Halbtonschritte.

Gerade im Hardrock und Heavy Metal werden oft Dropped-Tunings genutzt.

Diese Aufzählungen sind sicher nicht vollzählig. Sie sollen nur zeigen, dass viele namhafte Gitarristen die kreativen Möglichkeiten der Alternate Tunings nutzen.